Sonntag 25.6.

Auf zur Mark Seifersdorf! Für 43 junge Pagen, Knappen, Ritter und Silberritter startet heute erneut eine Woche voller ritterlicher Abenteuer.

Nach der anfänglichen Zelt- und Lagereinweisung und der ersten Schmaustafel stellen wir uns alle in der großen Runde kurz vor und es werden Spiele gespielt, um die Gruppe zusammen zu bringen und erste Namenskenntnisse zu schaffen. Die Zeltgruppen bekommen ihre begleitenden Mitarbeiter zugeteilt und haben gleich darauf die Möglichkeit, sich mit ihnen vertraut zu machen.

Danach wird es Zeit, sich gegen alle Übelkeiten und Feinde zu rüsten. Dazu baut sich jeder Mitstreiter sein eigenes Schwert, wenn er denn keines von den letzten Jahren besitzt, denn was macht denn sonst einen Ritter aus?

 

Damit das Abendprogramm mit ausreichend Energie und Elan erfolgen kann, essen wir alle gemeinsam zu Abend. Dabei ist ausreichend Zeit, sich ritterliche Geschichten und Abenteuer zu erzählen.

IMG 2297 ergebnisAnschließend wurde mithilfe eines Anspiels, dessen Geschichte sich durch die gesamte Woche ziehen wird, das Thema eingeleitet. Markgraf Otto von Meißen baut im sagenumwobenen Miriquidi Silberadern ab. Dazu schickt er seine zwei besten Ritter Roland und Heinrich in die Dörfer „Heinrichsdorf“ und „Christiansdorf“ zur Überwachung der Arbeitsvorgänge. Im weiteren Verlauf wird sich ein Konflikt zwischen den Kulturen der im Wald lebenden Slawen und den Meißnern entfalten....

Dieses Jahr gibt es für alle Teilnehmer eine Neuerung, um die Mitarbeiter besser kennen zu lernen: Ein Kartenspiel, bei dem die Mitarbeiter Helden sind, die gegeneinander antreten. Durch Zusatzkarten (z.B. Ausrüstung, Landschaften) wird das Spiel abwechslungsreich gehalten. Dieses Kartenspiel muss selbstverständlich vorgestellt und erklärt werden, was im Anschluss an das Anspiel geschieht.

Bevor wir zum traditionellen Abendabschluss in der Kirche übergehen, wird eine Rätselgeschichte vorgelesen, bei der die Teilnehmer die erste Möglichkeit haben, erste Talente zu erwerben.

Nach diesem ereignisreichen ersten Tag wartet nun das gemütliche Zelt auf alle, denn bereits morgen wird es richtig losgehen mit dem Rittersein.

Montag 26.6.

Auch wenn einige Kinder bereits wach sind, werden alle noch schlafenden um halb acht geweckt, damit jeder gemeinsam mit allen um acht aktiv in den Tag starten kann. Dazu spielen wir Kettenhascher, was bei den vielen Bäumen auf dem Gelände schwerer ist, als es wirken mag. Inzwischen hat sich der Himmel etwas verdunkelt (nachts hat es auch stark geregnet), was der allgemeinen Laune aber keinen Abbruch tut.

Nach der Beruhigung des knurrenden Magens starten wir singend ins Thema. Heute soll es darum gehen, welche persönliche Stärke jeder einzelne bei der Bewältigung einer Aufgabe (in diesem Fall die imaginäre Überquerung eines Flusses) einbringen kann.

Workshops sind essenzibild3 ergebnisel für das Ritterlager. Aus diesem Grund haben wir ein vielfältiges Angebot von Workshops wahrnehmen können. Von Leder- und Holzbearbeitung, über Zinngießen und Filzen, bis hin zum Schaukampf und Katapultbau war alles dabei. Bei so vielen Angeboten ist es nicht möglich, alle in zwei Stunden anzuschauen. Zum Glück werden die Workshops an mehreren Tagen angeboten.

Die anschließende Mittagspause nach dem Essen dient jedem Teilnehmer zur Entspannung und zum Abschalten, bevor es mit dem Programm weitergeht. Es ist aber auch möglich, das neue Kartenspiel zu spielen und Karten zu tauschen oder einfach in der Sonne zu liegen.

Endlich werden wir erstmals kämpfen! Das ist schließlich wichtig für jeden Ritter. Zunächst wird allerdings die Technik für alle Anfänger Schritt für Schritt erklärt. Vor einfachen Zweikämpfen wird jedermanns Standfestigkeit getestet und nach einigen Übungen, teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Beim Kampfspiel „King of the hill“ muss jede Mannschaft so lange wie möglich ein Kreis besetzen, um Punkte zu erhalten. Und so entspannen sich spannende Zwei- oder Gruppenkämpfe. Am Ende steht die Siegermannschaft gar nicht oder nur sehr knapp fest.

frage ergebnisUm sich von diesem Kampf zu erholen, gibt es nachher etwas zum Speisen und danach schließen wir gemeinsam en Abend mit der Rätselgeschichte und der Abendandacht in der Kirche ab. Der erste volle Tag im Ritterlager ist erfolgreich abgeschlossen und wir erwarten freudig, was noch kommt.

 

 

 

 

Dienstag 27.6.

Heute ist es schon etwas schwerer um halb acht aufzustehen und sich zum morgendlichen Warm-Up zu begeben. Dieses Mal spielen wir Drache, der aus einer Kette aus Menschen besteht. Und so geht es los: Drachen, die sich gegenseitig jagen, einrollen oder sich selbst fressen, wenn der Hunger einfach zu groß ist.

Das anschließende Frühstück beseitigt dann alle restlichen Spuren vom Hungern und bereitet sehr gut auf den kommenden Tag vor. Im Anschluss geht es mit der Zeit des Zeltaufräumens weiter, denn Ordnung zählt auch zu den Rittertugenden.

Genauso wie Gerechtigkeit. Deshalb beschäftigt sich jede Zeltgruppe mit diesem Thema. Zunächst schreitet die Handlung des Anspiels voran, in der sich der Konflikt zwischen Roland, den Slawen und Heinrich aus dem Nachbardorf weiter zuspitzt. Es geht um das Recht auf ein Grundstück, welches Roland von Heinrich streitig gemacht wird.

Nun soll aber jede Gruppe selbst aktiv werden. Dazu erhält sie weniger Bonbons als sie Mitglieder hat. Jetzt ist die Frage: Wie kann diese Situation gerecht gelöst werden? Nach einer kurzen Bearbeitungszeit gibt es viele unterschiedliche kreative Lösungsansätze. Verzicht einzelner Mitglieder auf ein Bonbon, keiner bekommt ein Bonbon, man macht die Bonbons kaputt oder vergräbt sie. Dabei lernt jeder etwas über Konfliktlösungen, Zusammenhalt und natürlich Gerechtigkeit.

IMG 2379 ergebnisNach diesem „Theorieunterricht“ ist es allerhöchste Zeit wieder handfest zu arbeiten und so werden die Workshops wieder eröffnet. Des Weiteren macht ein neuer Workshop auf, bei dem man seine vom Kampf zerstörten Schwerter reparieren kann.

Das leckere Mittagessen bereitet alle baldigen Knappen, Ritter, Silberritter und Zunftmeister sehr gut auf den Nachmittag vor. Denn wir hatten geplant, das erste große Geländespiel im Wald zu starten. Allerdings hat das Wetter andere Pläne mit uns...es regnet. Dieser Umstand verhindert zwar die geplante Wanderung in den Wald, aber zum Glück sind wir auf alles vorbereitet. So verbringen wir den ersten Teil des Nachmittags damit, verschiedene Brett- und Kartenspiele zu spielen oder einfach zusammen zu sitzen und zu reden.

Im zweiten Teil des Nachmittages lässt der Regen glücklicherweise so weit nach, dass wir das Geländespiel wenigstens IMG 2460 ergebnisauf unserem Grundstück durchführen können. Zwei Teams müssen die jeweils gegnerische Flagge erobern. Aber das allein wäre ja zu leicht und so werden beide Flaggen von wilden Barbaren bewacht, die von den Mitarbeitern gespielt werden. Es entbrennen erneut wilde und ausgelassene Kämpfe um Flaggen und Lebensringe. Barbaren sowie Kämpfer beider Seiten fallen und erheben sich erneut. Am Ende sind alle komplett ausgepowert und müssen sich erst einmal umziehen, um gepflegt zur reich gedeckten Abendtafel zu erscheinen.

Die tägliche Abendgeschichte und der Abendabschluss in der Kirche stimmen uns ruhig auf die bevorstehende Nacht ein. Morgen werden neue Abenteuer bestritten, erfolgreich neue Probleme gelöst und neue Erfahrungen gemacht werden.

 

Mittwoch 28.6.

Heute Morgen wird jeder mit herrlichem Sonnenschein und einer frühzeitigen Wärme geweckt. Deshalb entscheiden wir uns dazu, heute den Badetag zu machen und zur Malter zu wandern.

Vorher wärmen wir uns allerdings für den Tag auf und essen gemeinsam Frühstück. Dann ist es soweit. Jeder packt schnell Handtuch und Badesachen ein und schon geht es auf zur Malter. Dort erwartet uns noch immer die pralle Sonne (glücklicherweise hat sich jeder zuvor mit Sonnencreme eingeschmiert) und kurz nach der Ankunft ist schon der Großteil der Leute im Wasser. Spaßiges Plantschen, Tauchen und Schwimmen sind angesagt. Außerdem kann sich zwischendurch jeder mithilfe seines Lunchpakets stärken und es gibt für alle nicht so badefreudigen einen Beachvolleyballplatz.

Erst kurz bevor es wolkig wird, es drei Badezeiten gab und sich das angesagte Gewitter androht, gehen wir zurück auf den Zeltplatz. Zwischendurch hat jeder die Gelegenheit im Dorfladen Raubritter zu spielen und sich mit Getränken oder Süßigkeiten einzudecken.

IMG 2510 ergebnisJetzt ist das Gewitter schon deutlich hörbar, die Sonne ist weg und die Mitarbeiter bereiten sich darauf vor, dass im Notfall alle im festen Haus schlafen können, damit nachts niemand wegfliegt.

Allerdings haben wir erneut Glück und es regnet sehr wenig, sodass wir unser Geländespiel größtenteils bei Sonne spielen können, ohne nass zu werden. Es kommt wieder zu aufregenden Kämpfen zwischen den mutigen Rittern. Wieder muss die Fahne des Gegners erobert werden, wobei die fiesen Barbaren stören.

Danach essen wir nicht - wie für gewöhnlich - am Tisch, sondern am Feuer, denn heute wird gegrillt. Dabei ist Zeit, die restliche Tageswärme zu nutzen und den Tag Revue passieren zu lassen. Dies tun wir zu guter Letzt mit der Abendgeschichte und dem Abendabschluss in der Kirche und wir sind gespannt, was uns morgen erwartet.

Donnerstag 29.6.

Es regnet. Viel. Und ein Ende ist in naher Zukunft nicht in Sicht. Wir hatten Glück, dass die Nacht vergleichsweise trocken und nur von wenigen Schauern durchbrochen war. Aber das trübe Wetter trübt keinesfalls unsere Laune, sondern wir ziehen einfach in die Scheune oder unter die zwei aufgestellten Jurten und es geht normal weiter. Schließlich muss ein Ritter auch Regen abkönnen.

Wir starten in den Tag mit dem in den Saal verlegten Frühstück und gehen dann zum Thema über. Im heutigen Teil des Anspiels brennt die Schmiede in Christiansdorf. Bergarbeiter aus dem Harz sollen entscheiden, ob sie in Heinrichs oder in Rolands Dorf leben wollen, aber der Aufstand, der zum Brand der SchIMG 2538 ergebnismiede führt, schadet Rolands Image. Heinrich erzählt ihnen darüber hinaus, wie toll die Arbeiter in seinem Dorf leben und so entscheiden sie sich für Heinrich. Dieses Anspiel leitet zum heutigen Thema: Vertrauen. Um Vertrauen zu erlangen und zu schenken, stellen sich Gruppen der Teilnehmer im Kreis auf, in dem sich einer mit geschlossenen Augen in der Mitte fallen lässt. Die Anderen müssen ihn fangen. Ein Spiel, das Überwindung verlangt, aber wenn man vertraut, Spaß macht.

Danach finden die üblichen Workshops statt, die heute nur unter Jurten oder im großen Saal stattfinden. Die letzten Waffenröcke werden bedruckt, das Katapult weiter gebaut, einige Münzen gegossen und weitere Filzprodukte hergestellt. Danach essen wir zusammen im großen Saal Mittag und wärmen uns wieder von dem etwas kühlen Regen auf.

IMG 2555 ergebnisIn der folgenden Mittagspause, welche flüssig in die Nachmittagsaktivitäten übergeht, gibt es die Möglichkeit, das Katapult weiter zu bauen, Spiele zu spielen oder zu malen. Außerdem werden fleißige Helfer gesucht, die dabei helfen, eine große Jurte als Ersatz für einige beschädigte Zelte aufzubauen. Als Team geht das relativ flink von der Hand und schon bald sind wir wieder im Warmen. Später gibt es ein Turnier mit unserem Kartenspiel, bei dem jeder Teilnehmer Extra-Geld verdienen kann.

Der Abendabschluss wirkt am Anfang so wie gewöhnlich, aber es gibt zwei „Specials“. Zum einen gibt es eine kleine Zaubershow, auf deren Rätsels Lösung Talente verteilt werden und die –auch wenn man das Geld nicht ergattert- ein wenig Spaß vorm Abend bietet. Als alle Teilnehmer in ihren Zelten sind und es scheint als würden sie schlafen gehen, werden sie erneut geweckt, ziehen sich dicke Jacken an und werden vor das Zelt gerufen. Dort steht ein Halbkreis aus Feuerschalen und sofort fängt ein Feuerbändiger an, eine spektakuläre Show hinzulegen. Im Dunkeln wirken die Flammen noch eindrucksvoller.

So wurde der etwas triste, regnerische Tag noch einmal unerwartet und spannend abgeschlossen und wir freuen uns auf morgen.

Freitag 30.6.

Der letzte volle Tag des Ritterlagers begrüßt uns sehr windig und wolkig. Aber es regnet wenigstens nicht mehr, sodass wir direkt nach dem Frühstück in den Wald gehen, um dort das heutige Thema und Geländespiel durchzuführen.

IMG 2620 ergebnisIm Wald angekommen, stellen wir fest, dass es zu windig und deshalb zu laut ist, um ein Thema zu behandeln und so setzen wir ein großes Geländespiel in Gang. Die gegnerische Flagge muss über eine wesentlich größere Distanz als auf unserem Gelände getragen werden. Eine neue Figur, der Händler, ist im Spiel, bei dem man durch Witze, Schauspiele oder andere Tricks Perlen erwerben kann. Diese können später gegen Talente eingetauscht werden. Nach einer sehr langen und spannenden Runde gewinnt eines der Teams und wir gehen in der mittlerweile hervorgekommenen Sonne wieder zur Kirchenscheune zurück, um Mittag zu essen.

Danach findet das große Abschlussprogramm statt. Hier gibt es verschiedene Stationen für die Gruppen, die ihren Beitrag zur Lehre eines Ritters leisten. Man kann mit einem Katapult schießen, wilde Büffel IMG 2634 ergebniseinfangen, Speerwerfen, einen Jenga-Turm in Lebensgröße aufbauen ein Spinnennetz durchqueren oder den „Super-Barbaren“ besiegen. Bei allen Stationen ist Teamwork und Köpfchen gefragt und so wird es ein unvergesslicher letzter Nachmittag für alle.

Die Anspielgeschichte muss selbstverständlich noch beendet werden und dies geschieht im Anschluss an die Nachmittagsaktivität. Hier lüftet sich das Geheimnis um Heinrichsdorf – nämlich dass er zwar hält, was er verspricht, aber wer nicht spurt, wird wie ein Sklave behandelt. Nun ist Roland zum Handeln gezwungen und schreibt dem Markgraf, welcher verfügt, dass die Arbeiter ihr Dorf erneut wählen dürfen. Sie entscheiden sich jetzt für Christiansdorf, wodurch Roland als gerechter Gewinner aus dieser Geschichte heraus geht.

Ein Highlight aller bisherigen Ritterlager war die Endschlacht zwischen den Barbaren und den Pagen, Knappen, Rittern, Silberrittern und allen weiteren. Dieses Highlight darf dieses Jahr nicht fehlen und somit entbrennt eine aufregende Schlacht. Teilnehmer und Mitarbeiter fallen gleichermaßen, aber am Ende gehen die Teilnehmer mit einer deutlichen Überzahl als Sieger hervor.

Jetzt ist man natürlich ausgepowert und da hilft das leckere Abendessen nicht, um komplett satt zu werden. Aus diesem Grund werden über die Woche Talente gesammelt – Und jetzt ist es Zeit, diese auszugeben. Während einer groß angelegten Versteigerung gibt es Knabberzeug, Gummibärchen und Getränke zu erwerben. Heiße Diskussionen lassen Preise in die Höhe schnellen, aber am Ende hat jede Gruppe etwas, was sie im Anschluss im Zelt oder draußen genießen darf.

Zu guter Letzt endet die Rätselgeschichte (diesmal ohne Rätsel, bei dem man Talente verdienen kann) und es findet der letzte Abendabschluss in der Kirche statt.

An dieser Stelle endet auch der Blog der ersten Woche. Morgen wird zwar noch die Schwertleite als Highlight anstehen, bei der jeder Teilnehmer einen Rang aufsteigt, aber da ist der Großteil der Leser höchstwahrscheinlich persönlich anwesend. Hinter uns - Teilnehmern sowie Mitarbeitern – liegt eine ganze Woche mit vielen guten Erfahrungen, jeder Menge Spaß und vielen schönen Momenten. Höhen wurden ausgekostet, Tiefen überwunden und jeder der dabei ist, wird sich etwas aus dieser Woche mitnehmen können, das ihn begleitet. Wir freuen uns auf das nächste Jahr und wünschen der zweiten Woche eine mindestens genauso schöne Zeit.

 

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